Bestandsaufnahme zum ersten Digital Independence Day
Heute ist der erste “Digital Independence Day” (DID), oder auch der “Digitale Unabhängigkeitstag” (DUT). Wer jetzt (verständlicherweise) nicht weiß, was das sein soll, dem kann ich diesen Vortrag von Marc-Uwe Kling empfehlen. Am Anfang sind ein paar Känguru-Geschichten, aber ab bei 42:53 geht es los zum DID.
Für alle, die keine Lust auf Videos haben, hier die kurze Zusammenfassung:
Es geht darum die technologische Abhängigkeit von großen (häufig amerikanischen) Großkonzernen zu reduzieren und die digitale Souveränität zu stärken. Dazu soll jeweils am ersten Sonntag im Monat der Digitale Unabhängigkeitstag stattfinden. An diesem Tag soll daran gearbeitet werden, diesen einen Wechsel durchzuführen, den man schon länger mal machen sollte.
Dazu gibt es nicht nur die ersten praktischen Wechselrezepte (siehe hier), sondern auch diverse Veranstaltungen, bei denen weniger technisch versierte Personen bei solchen Änderungen unterstütz werden (siehe hier).
Ich habe diesen Monat noch nicht die Gelegenheit gehabt, eine lokale Veranstaltung in Kiel zu organiseren. Daher habe ich mir gedacht, ich beginne mal mit einer Bestandsaufnahme. Welche Dinge nutze ich schon unabhängig, wo sehe ich noch Abhängigkeiten zu einer großen Monopol-Plattform?
Fangen wir mal mit den bestehenden Wechselrezepten an:
WhatsApp zu Signal: Seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook/Meta bin ich nicht mehr auf der Platform vertreten. Meine Messenger sind zur Zeit Threema, Signal und Telegram. Telegram ist vermutlich auch nicht mehr so ganz optimal, das wäre vielleicht ein zukünftiger Arbeitsauftrag.
X zu Mastodon: Mein Mastodon-Account befindet sich auf der CCC-nahen Instanz chaos.social und lautet @enbewe@chaos.social. Das ist auch eigentlich das einzige “Soziale” Netzwerk, das ich noch nutze. Mein Account auf Twitter existiert noch, zeigt aber eigentlich nur noch auf meinen Mastodon-Account. Ich habe heute dann auch mal die Gelegenheit genutzt und den Account komplett geleert.
Gmail zu unabhängiger E-Mail: Früher habe ich mein Mail-Setup noch selber betrieben, aber das ist mir inzwischen echt zu aufwändig geworden. Ich habe vor einigen Jahren meine Mails zu mailbox.org umgezogen.
Google zu Ecosia: Üblicherweise nutze ich DuckDuckGo als Standard-Suchmaschine, aber vielleicht sollte ich mal Ecosia anschauen. Das klingt nach einer guten Idee.
Chrome zu Firefox: Ich nutze primär Firefox als Browser. Einzelne Seiten oder Dienste funktionieren mit Chrome-basierten Browsern allerdings einfach besser. Daher habe ich parallel noch Chromium installiert.
Amazon zum Buchladen: Tatsächlich kaufe ich sehr selten Bücher. Daher ist das Rezept für mich weniger interssant. Allerdings benutze ich Amazon als Standard-Versandhändler für praktisch alles.
Was habe ich denn sonst noch so für Dinge in der Pipeline:
Online Cloud: Ich lagere meine Daten online nicht in Dropbox, Google Drive oder sowas, sondern in meiner eigenen Nextcloud. Damit werden auch meine Kontakte und meine Kalender synchronisiert.
Bezahldienste: Ich benutze noch sehr häufig PayPal zur Bezahlung online. Das wäre ein weiterer Handlungspunkt. Hier könnte das neue Wero mal ausgetestet werden. Allerdings muss man natürlich immer mal schauen, was die Geldempfänger so annehmen.
Entwicklungs-Plattform: Meine eigenen Entwicklungs-Projekte liegen in meinem eigenen Git-Server (basierend auf Forgejo). Wenn man auf den Aufwand keine Lust hat, ist hier Codeberg eine gute Option.
Betriebssystem: Praktisch seit Ewigkeiten benutze ich primär Linux auf meinen Rechnern. Ich habe noch relativ lange parallel eine Windows-Installation gehabt, falls ich mal ein Spiel spielen wollte, das nicht unter Windows lief. Es stellte sich allerdings heraus, dass ich das Windows eigentlich nie gestartet habe und immer erstmal Ewigkeiten mit Updates beschäftigt war. Daher habe ich zum Windows 10-Ende einfach das Windows gelöscht, statt es auf Windows 11 zu aktualisieren.
Soviel erstmal zu meinem aktuellen Bestand.